Doppelporträt
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-III-6 |
| Bezeichnung:
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Doppelporträt |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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um 1600 |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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unbestimmt |
| Material / Technik:
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gestreift, mehrschichtig von Mittelbraun bis Hellbeige: vorderer Kopf aus der mittelbraunen Schicht geschnitten, hinterer aus der hellen Schicht; Hintergrund stark streifig, von Hellgrau-Beige links bis Mittelbraun rechts |
| Maße:
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3,02 x 3,49 x 0,77 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ E): "I 6";
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Katalogtext:
Doppelbrustbild nach rechts. Vorn ein männlicher Kopf im Profil nach rechts mit Gewandansatz am Hals. Das Haar ist von der Stirn nach hinten in getrennten Lockenreihen angeordnet und läßt das Ohr frei. Rechts dahinter vermutlich weibliche Person, gleichfalls im strengen Rechtsprofil, mit entsprechendem Gewandansatz. Über der hohen Stirn sind die Haare strähnig nach hinten gezogen und werden von einem Diadem begrenzt.
Völkel nennt die Dargestellten im Inventar "Augustus und Atia (seine Mutter)", Pinder schränkt ein: "soll angeblich Augustus und dessen Mutter sein (Doppelkopf)". Die Identifizierung des dargestellten Paares ist schwierig, solange keine Vorlage gefunden werden kann. Gertrud Platz-Horster (Staatliche Museen Berlin, Antikensammlung, frdl. Mitteilung aufgrund des Photomaterials) hält diese Kamee auf keinen Fall für antik, da Augustus nie als Iugata dargestellt worden wäre, höchstens mit Livia, nie mit der Mutter Atia, und außerdem nicht im Staffelporträt.
Der qualitätvolle Steinschnitt stammt vermutlich von der Hand eines hervorragenden Künstlers. Die Details der Gesichtszüge sind individuell herausgearbeitet. Man fühlt sich bei der Detailbehandlung an die Prager Miseroni-Werkstatt erinnert, vergleichbar sind die differenziert geschnittenen Augenpartien, das ausgeprägte Ober- und Unterlid, die Behandlung der atmend-lebendigen Schläfen und Wangenpartien und der ernste Mund mit den vollen schwellenden Lippen. Der Künstler nutzte die Farbigkeit des Steines zu malerischer Wirkung.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 6.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 6.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 6.
Literatur:
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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026