Nero (römischer Kaiser 54-68 n. Chr.)



Nero (römischer Kaiser 54-68 n. Chr.)


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-III-10
Bezeichnung: Nero (römischer Kaiser 54-68 n. Chr.)
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 1. H. 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: zweischichtig: Inkarnat aus der milchig-weißen Schicht, der Haarbereich aus der braunen oberen Schicht; befestigt auf dünner Streifenachatplatte; Grundplatte in der linken Hälfte von vertikalem Streifenband in verschiedenen Braun- und Weißtönen durchzogen, die rechte Hälfte einfarbig schwarz
Maße: 3,35 x 2,75 x 0,52 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ E): "I 10";


Katalogtext:
Büste eines antiken Imperators nach rechts mit geschweiftem Brustansatz. Ein dünner Backenbart ist durch punktartige Vertiefungen angedeutet, auf dem Haar hoch sitzender Blattkranz, davor ornamental gestaltetes Ohr. Vom Hinterkopf zieht sich ein dünner Haarstreifen in hellerem Braun bis zum Nacken. Die gerade Stirn setzt sich in der Nasenlinie fort, mit kleinem schmallippigem Mund und vorstehendem Doppelkinn.
Völkel spricht im Inventar von Nero, Pinder schränkt dies mit "soll angeblich Nero sein" ein. Die Physiognomie des Dargestellten spricht durchaus für Nero.
Charakteristisch für diese Kamee ist der Kontrast zwischen Inkarnat, Haar und Grundplatte. Die Einfachheit der eingekerbten äußeren Konturlinie der Büste bestimmt das Bild. Kontrastreich wirkt die starke Streifung der Hintergrundplatte; ob sie ursprünglich dazugehört hat, kann nicht mehr geklärt werden.
In St. Petersburg fallen zwei Porträts (Kagan 1973, Nr. 67 und 68) auf, bei denen ein Stein mit entsprechendem Weiß-Braun-Kontrast ähnlich verwendet wurde. Julia Kagan datiert diese beiden Kameen der Eremitage ins 17. Jahrhundert und lokalisiert sie nach England. Der Steinschnitt in England ist noch zu wenig untersucht, um die hier vorliegende Kamee dieser Gruppe anschließen zu können.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 10.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 10.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 10.
Literatur:
  • Schnackenburg-Prael, Heidi: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel (Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel). Kassel 2006, Kat.Nr. B XVI. Tab. B-III-10.
  • Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 482, 485-486, Abbildung S. 483, Kat.Nr. X.25.


Letzte Aktualisierung: 12.03.2026



© Hessen Kassel Heritage 2026
Datenschutzhinweis | Impressum