Weibliches Brustbild
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-III-16 |
| Bezeichnung:
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Weibliches Brustbild |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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Ende 16. Jh./Anfang 17. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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zweischichtiger bzw. mehrschichtiger Bandachat mit Goethit-Einschlüssen. Weißes Relief, im unteren Bereich mehrfach alternierende Streifen in Rosa und Weiß. Grundfläche in transluzidem Hellgrau mit leichter Rosé-Streifung |
| Maße:
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2,83 x 2,19 x 1,01 cm (Objektmaß)
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Katalogtext:
Weibliches Brustbild in Vorderansicht mit gefälteltem Gewand und sie einhüllendem Schleier, der vom Hinterkopf herabfällt. Ein Gewandteil verläuft auf ihrer linken Seite zu ihrem Unterarm, umgibt diesen und gibt ihre linke Hand mit gestrecktem Zeigefinger frei, als ob die Dargestellte auf sich selbst hinweisen würde. Die Ohren liegen frei, nach oben um die Stirn sind die Haare lockig aufgebauscht und fallen in gekräuselten Strähnen vor allem auf der Seite bis zum Rücken herab. Über der Stirn ist eine Blüte im Haar angedeutet.
Völkel bezeichnet die Dargestellte als Domitia, Pinder spricht einschränkend von "vielleicht Domitia". Lediglich die Frisur mit der aufgebauschten Lockenpartie über der Stirn könnte für Domitia (ca. 54 - ca. 135 n. Chr., Gattin des Domitian) sprechen. Die Blüte könnte auf Flora hindeuten. Der Gesichtsausdruck ist eher typisiert.
Die Reliefarbeit zeigt eine ausgesprochen skulpturale Auffassung. Stilverwandt wirkt eine Kamee "Mutter mit Kind" in der Münzsammlung in München (Weber 1992, Nr. 74), sowohl im Gesichtsausdruck als auch in der Gestaltung des Gewands und in der Darstellung der Finger. Die hier besprochene Kamee ist jedoch insgesamt in der Qualität etwas hochwertiger und einheitlicher gestaltet. Zum verwandten Frauentypus muß auf die qualitätvolle Judith-Kamee in München (Weber 1992, Nr. 170) hingewiesen werden. Man könnte an eine gemeinsame Werkstatt oder an denselben Umkreis denken.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 16.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 16.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 16.
Literatur:
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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026