Weibliches Brustbild
|
| Inventar Nr.:
|
KP B XVI. Tab. B-III-17 |
| Bezeichnung:
|
Weibliches Brustbild |
| Künstler / Hersteller:
|
unbekannt
|
| Datierung:
|
Ende 16. Jh. |
| Objektgruppe:
|
Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
|
Italien |
| Material / Technik:
|
weißes Relief, darunter dünne Streifung alternierend in transluzidem Grau und Weiß; Grundfläche transluzid |
| Maße:
|
2,96 x 1,91 x 0,91 cm (Objektmaß)
|
Beschriftungen:
|
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ E): "I 17";
|
Katalogtext:
Die qualitätvolle Kamee zeigt ein weibliches Brudtbild in Vorderansicht in reich gefälteltem Gewand. Der Kopf ist leicht nach oben gerichtet. Das Haar ist in kleinen Locken gleichmäßig aufgebauscht, in der Mitte über der Stirn befindet sich eine kleine Blüte. Im Nacken sind die Haare zusammengefaßt, um dann als breiter Haarstrang auf ihrer rechten Seite nach vorne zu fallen. Ihr linker bekleideter Arm begrenzt die Gestalt oval nach unten, die linke Hand greift nach oben in das über die Schulter herabfallende Haar.
Völkel bezeichnet die Dargestellte im Inventar als Domitia. Pinder spricht lediglich von "angeblich Domitia". Zur Klärung der Identifikation und Verwandtschaft siehe die ausführlichere Besprechung bei der Kamee B XVI. Tab. B-III-16.
Eine Wiener Kamee (Eichler/Kris 1927, Nr. 281) des 16. Jahrhunderts zeigt denselben Frauentyp mit dem Motiv des kontrapostisch in das herabfallende Haar greifenden Armes. Eichler und Kris erwähnen, daß dieses Motiv des übergreifenden Armes im 17. Jahrhundert häufig kopiert wurde und zitiert dazu eine weitere Wiener Kamee (Eichler/Kris 1927, Nr. 429).
Auffällig ist bei diesem "Domitia-Typus" die aufgebauschte Lockenpartie über der Stirn, die reiche Fältelung des Gewandes und der mehrfach geschichtete Stein, dessen Schichtung eher unauffällig im verdeckten Hauptbereich verwendet wird.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 17.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. B. III. 17.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 17.
Literatur:
- Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 281, Taf. 39, Nr. 429, Taf. 69.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026