Sappho
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-III-32 |
| Bezeichnung:
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Sappho |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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um 1700 |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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zweischichtig: weißes Relief auf transluzidem hellgrauem Grund; am Hinterkopf der Dargestellten segmentartig längliche Haarkalotte aus der transluzid hellgrauen Schicht |
| Maße:
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2,24 x 1,49 x 0,78 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ B): "I 32";
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Katalogtext:
Außergewöhnlich ist hier die eigenwillige Steinverwendung und die feine Manier des Steinschnitts. Das weibliche Brustbild ist in Dreiviertelansicht dargestellt, der Kopf ins Profil nach rechts gesetzt. Das Haar liegt in lockeren Wellen und wird am Hinterkopf durch eine Haube bedeckt. Effektvoll ist die hochovale Kopfbedeckung aus der unteren transluziden Steinschicht herausgearbeitet, die hier bis in die obere Materialschicht hineinreicht. Das Gewand ist oval tief ausgeschnitten und einschließlich des breiten Randumschlags gleichmäßig gefältelt, um den Hals trägt sie eine Perlenkette. Das Gesicht ist charakterisiert durch eine kleine runde Nase und eine leicht eingezogene Mund- und Kinnpartie.
Völkel und Pinder bezeichnen die Dargestellte als "Julia Domna, Sept. Severi Gemahlin". Dem muß widersprochen werden, da Julia Domna ein völlig anderes Aussehen hat. Stattdessen kann dieser klassische Frauentypus mit der Haube als Sappho (griechische Dichterin um 600 v. Chr.) identifiziert werden (vgl. Sappho-Kameen des 18. Jahrhunderts bei Weber 1995, Nr. 202 und Nr. 320). Zum sogenannten Sappho-Porträt vgl. Bernoulli (Bernoulli 1901, S. 64ff.).
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 32.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 32.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 32.
Literatur:
- J. J. Bernoulli: Griechische Ikonographie. München 1901, S. 64ff.
- Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 588, Taf. 76.
- Ingrid S. Weber: Geschnittene Steine des 18. bis 20. Jahrhunderts. Vergessene Kostbarkeiten in der Staatlichen Münzsammlung München. München 1995, Kat.Nr. Nr. 202, 320.
Letzte Aktualisierung: 17.03.2026