Weiblicher Kopf (Livilla?)



Weiblicher Kopf (Livilla?)


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-III-35
Bezeichnung: Weiblicher Kopf (Livilla?)
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: römisch, frühe Kaiserzeit
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: dreischichtig: oberste Schicht der Haar- und Gewandbehandlung dunkel- bis mittelbraun; Inkarnat weiß; Grund dunkelbraun, einige leicht transluzide hellgraue Stellen; relativ kräftige Reliefschicht im Vergleich zur dünnen Grundplatte
Maße: 2,61 x 1,83 x 0,77 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Kopf einer Römerin im Profil nach rechts, mit Gewandansatz und über den Hinterkopf gelegtem Schleier. Die Kamee macht einen antiken Eindruck. Das lange Haar ist in gleichmäßige Wellen gelegt, darauf ein Lorbeerkranz, überdeckt von dem Schleier, der in Falten über ihre rechte Schulter nach unten fällt, davor am Hals eine lange Haarlocke. Leicht gebogene Nase, als Ohrandeutung eine kleine kreisförmige Erhebung (möglicherweise wurde das Ohr abgeschliffen). Der Gesamteindruck war ursprünglich sicherlich anders, da auf dem Lorbeerkranz in der Bohrung wohl ursprünglich ein Gegenstand aus Metall eingesetzt war.
Völkel nennt die Dargestellte "Mariniana, Valeriani Gemahlin", Pinder schränkt ein "angeblich Mariniana". Bei Alcouffe (Alcouffe 1981, S. 212, Nr. 8) ist eine ähnliche Kamee mit der Darstellung der Juno (Paris, Louvre, MR 49) abgebildet, die im Typus in etwa übereinstimmt, ebenfalls im Rechtsprofil und mit Schleier, jedoch statt einem Lorbeerkranz mit einem Diadem. Die in Paris befindliche Juno-Kamee ist antik. Stilistische Details wie Haarbehandlung, Augen und Nase sind anders gestaltet, der Gesamteindruck ist bei der Kasseler Kamee steifer und zurückgenommener.
Erika Zwierlein-Diehl (Archäologisches Institut der Universität Bonn) hält diese Kamee für antik und datiert sie in die frühe Kaiserzeit. Als Benennung schlägt sie Livilla vor.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 35.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 35.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 35.
Literatur:
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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026



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