Weiblicher Kopf (Ceres?)
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-III-36 |
| Bezeichnung:
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Weiblicher Kopf (Ceres?) |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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16. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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dreischichtig: oberste Schicht der Haar- und Gewandbehandlung dunkel- bis mittelbraun; Inkarnat gelblich-weiß; transluzide hellbeige Grundfläche, am oberen Rand dunkelbraune Partie; kräftige Reliefschicht und kräftige Grundplatte, deren Dicke sich nach unten vermindert |
| Maße:
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3,13 x 2,12 x 0,81 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ B): "I 36";
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Katalogtext:
Die antik wirkende Kamee besticht durch die Ausgewogenheit der Farbabstimmung von dunklem Braun zum warmen hellen Ton des Inkarnats. Das weiche verschwimmende Profil verstärkt den Reiz. Der weibliche Kopf einer Römerin im Profil ist nach rechts, mit schmalem Gewandansatz und über den Hinterkopf gelegtem Schleier, der zum Rücken herabfällt, dargestellt. Das Haar ist wellig gesträhnt, darauf ein feingliedriger Ährenkranz, im Nacken wird durch den Schleier hindurch ein Haarknoten sichtbar.
Dieser sehr verbreitete Typus mit dem über das Hinterhaupt gelegten Schleier existiert in zahlreichen Variationen in der Eremitage in St. Petersburg (Neverow 1988, Nr. 92, 93), in der Wiener Kunstkammer (Eichler/Kris 1927, Nr. 35) und in anderen Sammlungen.
Völkel identifiziert die Dargestellte als "Mariniana, Valeriani Gemahlin", Pinder schränkt ein "angeblich Mariniana" wie bei der ähnlichen Kamee B XVI. Tab. B-III-35. Im Material und in der Antikisierung sind beide Kameen miteinander verwandt. Die Dargestellten haben jedoch einen unterschiedlichen Haarschmuck. Der feine Ährenkranz könnte bei dem hier besprochenen Exemplar ein Hinweis auf Ceres sein.
Eine Kamee mit demselben Frauentypus mit dem Ährenkranz im Haar besitzt das Archäologische Museum in Florenz (Tondo 1996, Nr. 172). Tondo bezeichnet die dort Dargestellte als "wohl Ceres" und datiert die Kamee ins 16. Jahrhundert (?). Das Kasseler Exemplar ist im Gesichtsprofil weniger exakt ausgearbeitet und erzielt damit einen malerischen Gesamteindruck.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. I. 36.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. III. 36.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. I. 36.
Literatur:
- Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 35, Taf. 12.
- Oleg Neverov: Antičnye kamei v sobranii Gosudarstvennogo Ermitaža (= Antike Kameen der Staatlichen Ermitage Leningrad). Leningrad 1988, Kat.Nr. Nr. 92-93.
- Luigi Tondo: I cammei dei Medici e dei Lorena nel Museo Archeologico di Firenze. Florenz 1996, S. 48, 115, Kat.Nr. 172.
Letzte Aktualisierung: 17.03.2026