Das Haupt Christi (Typus Vera Icon)



Das Haupt Christi (Typus Vera Icon)


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-II-10
Bezeichnung: Das Haupt Christi (Typus Vera Icon)
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: um 1500
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: orangerot
Maße: 2,21 x 1,82 x 0,95 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
In der Art der Vera Icon das bärtige Antlitz Christi en face, mit Dornenkrone. Die Pupillen der Augen sind oben angebohrt, der Mund ist leicht geöffnet. Die Haare sind über der in die Stirn hineinreichenden Dornenkrone in einen Mittelscheitel gelegt und fallen seitlich lang herab.
Zum Vera Icon-Typus siehe den Text bei B XVI. Tab. B-II-8. Ungewöhnlich ist hier die Verwendung von Koralle, der bereits seit der Antike geheimnisvolle Kräfte nachgesagt wurden und die vielfach als Schutzamulett oder Talisman getragen wurde. Das Material Koralle fand sozusagen als organischer "Edelstein" Aufnahme in die Juwelenschätze der Herrscherhäuser (AK Darmstadt 1992, S. 41). Charakteristisch bei diesem Steinschnitt ist die große Plastizität, die bei der zweigeteilten, stark hinterschnittenen Bartspitze besonders deutlich ist.
Die Datierung ist bei diesem Steinschnitt besonders schwierig. Hauptfundorte der Koralle lagen im 16. und 17. Jahrhundert in Süditalien. Der Stil des Christusantlitzes spricht jedoch für eine frühere Bearbeitung in Frankreich oder in den Niederlanden und zeigt den Stil eines Nicolas Gerhaert van Leyden um 1500.
Völkel äußert in seinem Vortrag "Geschichte der Gemmen-Sammlung im Museo (1805)" (Völkel 1805 (1987/88), S. 26), daß er "einen Christus-Kopf von Corall" für byzantinisch hält. Es kann sich dabei nur um dieses Stück handeln.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VI. 10.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. II. 10.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 40.
Literatur:
  • Ludwig J. Völkel: Geschichte der Gemmen-Sammlung im Museo (1805). Abgedruckt in: Höcker 1987/88, S. 17-36. 1805 (1987/88), S. 26.
  • Ebert-Schifferer, Sybille [Hrsg.]: Faszination Edelstein. Aus den Schatzkammern der Welt - Mythos, Kunst, Wissenschaft. Darmstadt 1992/93, S. 41.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



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