Halbfigur des hl. Demetrios (?)
Halbfigur des hl. Demetrios (?)
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-II-34 |
| Bezeichnung:
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Halbfigur des hl. Demetrios (?) |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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um 1300 |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Byzanz |
| Material / Technik:
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transluzides Hellgrau-Hellblau |
| Maße:
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1,72 x 1,36 x 0,69 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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im Feld links und rechts: (undeutliche Ritzbuchstaben);
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Katalogtext:
In kleinem Format und in kostbar transluzidem Stein die schlanke Halbfigur eines Soldatenheiligen in strenger Frontalität, dessen Mantel vor der Brust mit einer Schließe gehalten wird. Mit seiner rechten Hand hält er die Lanze (oder den Schild) vor seiner linken Körperhälfte. Nimbus und Inschrift können später eingeritzt worden sein.
Dargestellt könnte der heilige Demetrios sein, neben dem heiligen Georg der bedeutendste Soldatenheilige.
Die schlanke Gestalt mit dem stark hervortretenden Kopf läßt Wentzel hier wie bei B XVI. Tab. B-II-13 an die Paläologenzeit und auf keinen Fall an eine Datierung vor der Mitte des 13. Jahrhunderts denken (Wentzel 1960, S. 90). "Die merkwürdige Überlängung der Köpfe, die geradezu kegelförmig anmuten", bezeichnet er als "paläologisch" und schlägt als Datierung "um 1300" vor.
Wentzel verwechselte das Material der kostbaren Edelsteine (B XVI. Tab. B-II-13 und B XVI. Tab. B-II-34; Wentzel 1960, S. 90) und spricht von dem Demetriusamethyst (Wentzel 1960, S. 90) und der Amethystkamee (S. 91). Er betont, daß ihm bei Saphir und Amethyst keine abendländischen Imitationen bekannt sind.
Steinschnitte in Saphir, dem zweithärtesten Edelstein, sind äußerst selten. "In der Symbolik kommt dem Saphir die Bedeutung des Himmelssteins zu, des Thrones Gottes nach Tobias und Ezechiel" (Th. Jülich, in: AK Darmstadt 1992/93, Nr. 143, S. 217f.).
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VI. 34.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. II. 34.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 62.
Literatur:
- Wentzel, Hans: Die byzantinischen Kameen in Kassel. Zur Problematik der Datierung byzantinischer Gemmen. In: Mouseion. Studien aus Kunst und Geschichte für Otto H. Förster (1960), S. 88-96, S. 90f, Kat.Nr. 87.
Letzte Aktualisierung: 12.03.2026