Weibliches Brustbild



Weibliches Brustbild


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-IV-42
Bezeichnung: Weibliches Brustbild
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: zweischichtig: Bildrelief elfenbeinfarben-gelblich; Hintergrund und Gewand aus der unteren ocker-bräunlichen leicht gefleckten Schicht
Maße: 3,03 x 2 x 0,83 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ B): "II 38";


Katalogtext:
Der stark hinterschnittene Kopf der weiblichen Dargestellten im Rechtsprofil, mit gelockten langen Haaren, wirkt klar und ausgeprägt. Ihre herausgewölbte rechte Schulter ist nackt, um den Oberkörper ist schalartig ein Gewand drapiert. Raffiniert gehen die beiden Farbschichten des Steines ineinander über und verstärken die Wirkung der Darstellung. Bei der Reliefdarstellung ist der Hintergrund leicht konkav eingezogen, dazu konträr ist die Rückseite des Steins konvex.
Völkel bezeichnet die Dargestellte als "Semiramis", eine handschriftliche Hinzufügung spricht zu Recht von einer "völlig grundlosen Benennung". Die Assoziation auf "Semiramis" beruhte einzig auf der vielgerühmten legendären Schönheit der assyrischen Königin. Vom Typus erinnert die weibliche Figur eher an die Nereide Galene (Eichler/Kris 1927, Nr. 88), die in der Steinschneidekunst vielfach dargestellt wurde und auf einen hellenistischen Typus zurückgeht. Galene wird wie bei der hier besprochenen Kamee mit vorgeschobener Schulter und angedeuteten Meeresfluten charakterisiert.
Die Dargestellte wirkt porträthaft, es könnte sich um eine bestimmte Person handeln. In der Glyptik gibt es häufig ein 'Portrait historiée', d. h., eine bestimmte Person wird in mythologischer Verkleidung dargestellt.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VII. 42.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. IV. 42.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. II. 38.
Literatur:
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 88, Taf. 16.


Letzte Aktualisierung: 16.03.2026



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