Bacchusfest



Bacchusfest


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-IV-50
Bezeichnung: Bacchusfest
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: römisch; Fassung unbestimmt
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: in milchigem Hellbeige mit einem grauen breitovalen "Auge" auf der Rückseite
Maße: 1,8 x 2,6 x 0,43 cm (Objektmaß)
mit Fassung 2,59 x 3,34 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ D): "46-84";


Katalogtext:
Diese Kamee aus ungebräuchlichem Material, ist ungewöhnlich flach und linear gearbeitet, die Vorderseite des Milchopals ist leicht gewölbt. Im Erscheinungsbild handelt es sich hier um ein völlig singuläres Exemplar, für das bisher keine Parallelen gefunden werden konnten. In dichtgedrängter Darstellung liegt eine schlafende Mänade mit einem Tympanon im Vordergrund rechts, hinter ihr am rechten Rand ein liegender Mann (Bacchus?). Im Mittelgrund links ein kleines nach vorne gebeugtes Kind, dahinter eine geflügelte Gestalt in Rückenpose, wohl Viktoria, und eine weitere Person um einen Krater. Im rechten Bildteil eine von der Mitte nach rechts ziehende Frau mit einer Früchteschwinge (Liknon), neben ihr rechts ein Satyr.
Eine gewisse Verwandtschaft zeigt sich in der flachen Bearbeitungsweise und in der Fülle der Figuren zu einer Gruppe von Muschelkameen in der Kunstkammer in Wien (Eichler/Kris 1927, Nr. 186-187), die sich ebenfalls mit bacchischen Themen befassen und "Italien, 16. Jahrhundert" eingeordnet werden. Diese Serie geht auf eine Plakettenkomposition (Planiscig 1919, Nr. 400 und Bange 1922, Nr. 10) zurück. Berliner stellte fest, daß diese Gruppe von dem in Rom tätigen Flamen Jacob Corn. Cobaert (gest. 1615) nach einer Zeichnung und einem Modell Guglielmo della Portas (gest. 1577) ausgeführt wurde (Berliner 1921/22, S. 134). Erika Zwierlein-Diehl (Archäologisches Institut der Universität Bonn) hält diese Kamee für antik.
Der Aufklebezettel "46-48" auf der Rückseite stimmt nicht mit der Numerierung der Designationsliste (1730) 1753 überein.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VII. 50.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. IV. 50.
  • Verzeichniß der im Pretiosen Schrank befindlichen Gegenstände. / In dem folgenden Verzeichniße sind alle Gegenstände beschrieben, die sich gegenwärtig (1827) im Pretiosen Schrank befinden. [...] Dr. Völkel. SMK, Archiv HLM. 1827, Nr. B II. 643.
  • Verzeichniß der aus der Gemmen=Sammlung in den Preziosenschrank versetzten geschnittenen Steine und Muscheln, die unterstrichenen sind nicht gefaßt, Cassel, den 19. April 1881. A. Lenz. SMK, Archiv HLM. 1881, Nr. V. 643.
Literatur:
  • Leo Planiscig: Die Estensische Kunstsammlung, Bd. I: Skulpturen und Plastiken des Mittelalters und der Renaissance. Wien 1919, Kat.Nr. 400.
  • Ernst Friedrich Bange: Reliefs und Plaketten (Staatliche Museen zu Berlin. Die italienischen Bronzen der Renaissance und des Barock, Bd. II, Teil 2). 3. Aufl.. Aufl. Berlin / Leipzig 1922, Kat.Nr. 10.
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 186f.


Letzte Aktualisierung: 16.03.2026



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