Kentaur trägt Nereide oder Chiron mit Achill (?)
Kentaur trägt Nereide oder Chiron mit Achill (?)
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-IV-61 |
| Bezeichnung:
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Kentaur trägt Nereide oder Chiron mit Achill (?) |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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2./3. Jh., römisch |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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unbestimmt |
| Material / Technik:
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weiße Reliefschicht auf hellgrauem Grund; auf einer separaten Platte aus hellgrauem Chalcedon mit zahlreichen winzigen roten Einsprengselpunkten befestigt |
| Maße:
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2,08 x 2,1 x 0,61 cm (Objektmaß) Grundplatte 2,08 x 2,47 x 0,22 cm (Objektmaß)
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Katalogtext:
Eine jugendliche männliche (oder weibliche) nackte Gestalt sitzt seitlich auf einem sich nach links bewegenden Kentauren (Triton?), der vor sich einen runden Schild hält und sich zu dem auf seinem Rücken Sitzenden umwendet. Die Darstellung ist unvollständig, da rechts ein großer Teil vertikal abgebrochen ist. Möglicherweise ist ein Tuch zu ergänzen, das die Nereide (oder Achill) halten würde.
Völkel bezeichnet die Darstellung im Inventar als "Centaurus Chiron mit Achill", Pinder hingegen als "Nessus und Deianira". Am einleuchtendsten erscheint die Interpretation von Völkel. Chiron war im Unterschied zu den anderen ungebärdigen Kentauren gelehrt, der jugendliche Achilleus wurde ihm zur Erziehung anvertraut. Dieses Motiv war auch in der Renaissance ein beliebtes Thema. Im Achilleus-Zyklus von Rubens (um 1630-35, Ölskizze in Rotterdam, Modello im Prado) reitet der junge Achilleus auf dem Kentauren.
Erika Zwierlein-Diehl (Archäologisches Institut der Universität Bonn) hält die Kamee für antik und datiert sie nach dem Stil der Frisur ins 2./3. Jahrhundert n. Chr.
Stand: November 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VII. 61.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. IV. 61.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. II. 56.
Literatur:
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Letzte Aktualisierung: 12.03.2026