Brustbild eines Fürsten



Brustbild eines Fürsten


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-V-3
Bezeichnung: Brustbild eines Fürsten
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Ende 16. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Frankreich (?)
Material / Technik: Relief in dunklem Braun mit Randaufhellung; befestigt auf gestreifter Achatplatte mit erhöhtem Randstreifen, in der oberen Hälfte starke Streifung von Dunkelbraun bis zur Transluzidität
Maße: 4,25 x 3,08 x 0,81 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "40-39";


Katalogtext:
Brustbild eines nach rechts gewandten Fürsten im Profil. Dargestellt ist ein älterer Mann, mit starken Stirnfalten, leicht überlängter Nase, vollbärtig, in reich ornamentiertem Brustharnisch. Seine Haare sind in mehreren Reihen locker gesträhnt, sein Ohr auffällig schräg nach hinten gestellt.
Die Büste ist stark hinterschnitten. Die Randaufhellung wird durch die Zweischichtigkeit des Achats erreicht. Möglicherweise ist die Zusammenstellung mit der streifigen Achatplatte als Hintergrund nicht ursprünglich. Jedenfalls gibt sie dem qualitätvollen Porträt einen kräftigen Kontrast.
Bisher ist ungeklärt, welcher Fürst dargestellt ist. Eine gewisse Verwandtschaft, die jedoch durch eine Autopsie geklärt werden müßte, zeigt ein Kameo mit dem lorbeerumkränzten Alfonso I. d'Este im British Museum in London (Dalton 1915, Nr. 383). Stilistisch und typologisch ebenfalls verwandt ist ein Kameo mit einem fürstlichen Paar in der Münzsammlung in München (Weber 1992, Nr. 70). Beide Kameen werden ins 16. Jahrhundert datiert.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXII. 3.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. V. 3.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 40.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. III. 3.
Literatur:
  • Ormonde Maddock Dalton: Catalogue of the engraved gems of the post-classical periods in the Department of British and Mediaeval Antiquities and Ethnography in the British Museum. London 1915, Kat.Nr. Nr. 383, Taf. XV.
  • Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 70, Taf. X.


Letzte Aktualisierung: 16.03.2026



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