Brustbild der Olympias
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-V-11 |
| Bezeichnung:
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Brustbild der Olympias |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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1715 |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Kassel (?) |
| Material / Technik:
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in transluzidem blassem Zitronengelb |
| Maße:
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2,42 x 2,19 x 1,35 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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auf der Rückseite: "OΛYMΠAΣ" (eingeritzt); Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "30-29"; Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "III 11";
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Katalogtext:
Das flache Relief der Darstellung hat Intagliocharakter. Das Brustbild der Olympias (Tochter des Molosserkönigs Neoptolemos I., 375-316 v. Chr.) ist nach links ins Profil gewendet. Mehrere Haarsträhnen sind nach hinten geschwungen, daraus lösen sich einzelne Strähnen und fallen zum Nacken herab. Am Ohr ein Perlengehänge. In reduzierter Form ergeben die hohe Stirn, die etwas überlängte Nase und das gerundete fliehende Kinn einen kindlich-naiven Gesichtsausdruck. Der Gewandausschnitt ist als Oval angedeutet.
Die eingeritzte Inschrift "OΛYMΠAΣ" weist die Dargestellte als Olympias aus, die 357/356 v. Chr. Philipp II. von Makedonien heiratete, dem sie 356 Alexander d. Gr. und 355 Kleopatra gebar.
Außer diesem Kameo existieren zwei entsprechende Steinschnitte in der Kasseler Sammlung: B XVI. Tab. B-V-25 mit der Darstellung der Kleopatra und B XVI. Tab. B-V-39 mit der Darstellung Alexanders des Großen. Sicherlich sind sie als Ensemble, die Mutter mit ihren beiden Kindern, konzipiert worden.
Die Maße der Alexanderdarstellung stimmen in etwa mit dem hier besprochenen Kameo überein, sie kann damit als Gegenstück bezeichnet werden. Die Darstellung der Kleopatra hat dagegen auffällig größere Maße.
Die Kleopatra-Kamee zeigt auf der Rückseite ein eingeritztes Datum "1715". Dadurch lassen sich die drei Stücke datieren, außerdem dürfte das gesamte Ensemble von derselben Hand stammen.
Gemmen aus Citrin beziehungsweise Topas sind wegen des beschränkten Vorkommens und des hohen Wertes dieser Steinart relativ selten. Diese Steinschnitte besitzen durch das verwendete durchsichtige Edelsteinmaterial einen besonders eindrucksvollen glasartigen Glanz.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXII. 11.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. V. 11.
- No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 30.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. III. 11.
Literatur:
- Schmidberger, Ekkehard: Edelsteinschnitt des Barock - Die Künstler am hessischen Landgrafenhof. In: Kunst & Antiquitäten (1986), S. 40-51, S. 45, Abbildung S. Abb. 9.
- Schnackenburg-Prael, Heidi: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel (Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel). Kassel 2006, Kat.Nr. B XVI. Tab. B-V-11.
- Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 312, 315, Abbildung S. 312, Kat.Nr. VII.9.
Letzte Aktualisierung: 13.03.2026