Kopf eines römischen Kaisers



Kopf eines römischen Kaisers


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-V-21
Bezeichnung: Kopf eines römischen Kaisers
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Ende 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Frankreich
Material / Technik: zweischichtig: Reliefdarstellung in Hellrosa, auf hellgrau-violettem Grund mit hellrosa-weiß gestreiftem gerundetem Einschluß im linken Teil
Maße: 3,68 x 2,88 x 0,96 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber: "Oct: Caesar Augus";
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "138-182";


Katalogtext:
Dargestellt ist ein römischer Kaiserkopf mit Brustansatz im Profil nach links, unbärtig, das zartsträhnige Haar fein ausgearbeitet, mit Lorbeerkranz und locker herabfallender Schleifenbinde. Das Profil zeigt eine leicht gebogene Nase und einen kleinen Mund mit geschlossenen Lippen. Der Halsabschnitt ist flach geschweift.
Völkel erwähnt im Inventar bereits, daß der Kopf für den des Kaisers Otho gehalten werde, aber demselben nicht ähnlich sei. Auf der Rückseite des Kameo ist ein aufgeklebtes Schild, auf dem der Dargestellte als "Oct: Caesar Augus" bezeichnet wird. Die Bestimmung des dargestellten Imperators ist schwierig. Die Gesichtszüge wie gebogene Nase, Falte am Nasen-Stirn-Ansatz, leicht schmallippiger Mund, kleines, jedoch ausgeprägtes Kinn und großes freiliegendes Ohr könnten auch für die Darstellung von Tiberius (Weber 1992, Nr. 152, 155 und 420) sprechen. Ein verwandter Kameo aus ähnlichem grau-violett-weißem Achat in der Münzsammlung in München (Weber 2001, Nr. 279) wird von Weber als Titus bezeichnet. Ob Augustus, Trajan oder Tiberius dargestellt ist, wie so oft läßt sich dies nicht entscheiden.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXII. 21.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. V. 21.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 138.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. III. 20.
Literatur:
  • Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 152, 155, 420.
  • Ingrid S. Weber: Geschnittene Steine aus altbayerischem Besitz. Kameen und Intaglien des 15. bis späten 17. Jahrhunderts in der Staatlichen Münzsammlung München. München/Berlin 2001, Kat.Nr. Nr. 279, Taf. XXVIII.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



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