Kopf eines bärtigen Mannes



Kopf eines bärtigen Mannes


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-V-38
Bezeichnung: Kopf eines bärtigen Mannes
Künstler / Hersteller: Johann Albrecht Lavilette (1667 - 1743)
Datierung: Anfang 18. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: dreischichtig, in aufrecht stehenden Schichten verarbeitet; auf schwarzer Onyxplatte befestigt, deren Rand abgeschrägt ist
Maße: 2,44 x 2,02 x 0,85 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "38-37";


Katalogtext:
Dargestellt ist ein männlicher bärtiger Kopf im Profil nach rechts. Das Gesicht ist aus der hellgrauen transluziden Schicht gewonnen. Das Hinterhaupt ist mit einem Gewandteil verhüllt, das durch seinen streng vertikalen Faltenwurf auffällt. Der vordere schmale Streifen ist aus der weißen Steinschicht, der hintere Teil aus der braunen Schicht. Einen starken Kontrast zu dem Reliefkopf bildet die schwarze Hintergrundplatte.
In der Kasseler Sammlung findet sich ein Gegenstück dazu mit dem Kopf einer Frau (B XVI. Tab. B-V-40). Die beiden Reliefköpfe sind aufeinander bezogen und aus dem gleichen Material.
Bereits Hallo (Hallo 1927/2 (1983), S. 188, Anm. 19) erwähnt, daß die beiden Köpfe im Nachlaßverzeichnis aufgeführt sind. Meyer erwähnt dies entsprechend mit Nr. 38: "Zwey Köpfe von Sardonyx von Labelet geschnitten" (Meyer 1973, Nr. F-7/8).
Meyer stellte eine Gruppe ähnlicher Stücke zusammen (Meyer 1973, S. 119), bei denen die Schichten aufrecht verarbeitet wurden und die Darstellungen - sämtliche Profilköpfe - silhouettiert sind und jeweils auf eine schwarze ovale Onyxplatte geklebt wurden.
Als Grundlage für die Zuschreibung an Johann Albrecht Lavilette dient Meyer die Erwähnung des Steinschneiders "Labelet" aus dem Nachlaßverzeichnis, daran schließt er die anderen Stücke stilistisch an.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXII. 38.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. V. 38.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 38.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. III. 36.
Literatur:
  • Hallo, Rudolf: Hessischer Kristall- und Steinschnitt des Barock. In: Altes Kunsthandwerk Wien (1927), S. 181-204, S. 188, Kat.Nr. Anm. 19.
  • Meyer, Klaus-Heinrich: Studien zum Steinschnitt des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Werkstatt am Hofe von Hessen-Kassel in den Jahren 1680–1730. Hamburg 1973, S. 118-119, Kat.Nr. Nr. F-7, Taf. 15,7.


Letzte Aktualisierung: 13.03.2026



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