Venus mit Cupido, Minerva und Juno



Venus mit Cupido, Minerva und Juno


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VI-2
Bezeichnung: Venus mit Cupido, Minerva und Juno
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Anfang 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Niederlande
Material / Technik: Relief aus der milchigen hellbeigen Schicht; der konkav eingezogene Hintergrund stark buntfleckig in grau-beiger Tönung mit unauffällig feiner roter Äderung
Maße: 5,61 x 4,88 x 1,01 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Venus steht, nachdem sie von Paris den Preis zugesprochen bekam, als Siegerin im Zentrum der Darstellung. In Dreivierteldrehung nach rechts hält sie mit ihrer nach oben gestreckten Hand den Apfel, um ihn den beiden rechts sitzenden, in Tüchern gehüllten Göttinnen, wohl Juno und Minerva, demonstrativ zu zeigen. Links von Venus steht Cupido etwas erhöht hinter ihr, sie berührend. Der Körper des Cupido ist parallel zu Venus nach rechts gerichtet, sein Blick wendet sich allerdings dem Betrachter zu.
Völkel erwähnt, daß der Kameo "zerbrochen und wieder zusammengefügt" sei, davon ist nichts festzustellen. Vielmehr ist das eigenwillige Steinmaterial durch seine ungleichmäßigen Einschlüsse brüchig und porös. Die konkave Einziehung des Hintergrunds bewirkt eine starke räumliche Wirkung.
Das Material, die plastische Hinterschneidung des Bildreliefs und der unruhige Hintergrund lassen bei der Minerva-Kamee B XVI. Tab. B-VI-14 an dieselbe Herkunft und Werkstatt denken.
Eine gewisse Stilverwandtschaft zeigt ein Kameo der Kunstkammer in Wien mit der Darstellung der Vertreibung aus dem Paradies (Eichler/Kris 1927, Nr. 399). Dieser wird dort als "niederländisch (?), Mitte 16. Jahrhundert" bezeichnet und wurde zuvor anscheinend ungestützt dem Gemmenschneider Weller von Malsburg zugeschrieben. Ein gebräuchliches Motiv, wie der kleine Amor Venus von hinten anfaßt, findet man auch bei der Kameendarstellung "Mars und Venus mit Amor" (Eichler/Kris 1927, Nr. 169), dort "Italien, Mitte 16. Jahrhundert".
Anzuschließen an diese Gruppe von verwandten Gemmen wäre "Mars und Venus" (Weber 1992, Nr. 130), "Oberitalien, um 1600". Ähnlich auch hier, wie eine Hand hinter eine Figur faßt.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXIII. 2.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. VI. 2.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. IV. 2.
Literatur:
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, S. 171f, Kat.Nr. Nr. 399, Taf. 58, Nr. 169, Taf. 25.
  • Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, S. 132f, Kat.Nr. Nr. 130.


Letzte Aktualisierung: 16.03.2026



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