Schlummernde Quellnymphe und Faun
Schlummernde Quellnymphe und Faun
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-VI-10 |
| Bezeichnung:
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Schlummernde Quellnymphe und Faun |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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16. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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zweischichtig: milchig weißes Relief auf transluzidem dunkelbraunem Hintergrund |
| Maße:
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3,9 x 4,21 x 0,68 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "29-28"; Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ D): "B VI 10";
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Katalogtext:
Eine schlafende nackte Quellnymphe liegt am Wasser auf einem Tuch, das ihren Unterkörper umhüllt und sie dekorativ durch die zahlreichen Falten umgibt. Ihren rechten Arm legt sie auf die entgegengesetzte Schulter und stützt sich mit dem linken Arm auf ein Gefäß mit hohem Fuß, aus dem Wasser fließt. Auf den Wellen im Vordergrund zahlreiche und unterschiedliche Muschelarten.
Links hinter ihr hat sich ein nackter Faun genähert, der seinen linken Arm erstaunt und bewundernd nach oben streckt. Links im Hintergrund und rechts vor der Nymphe steht jeweils eine Ziege.
Bei dieser Kamee stellt sich die Frage nach der antiken Herkunft. Auffällig ist die gleichmäßige Abreibung der Oberfläche des Reliefs, die den Kameo zumindest als antik erscheinen läßt. In jedem Fall kann dieses Stück einer Gruppe antiker und nachantiker Kameen mit verwandten bukolischen Sujets zugeordnet werden (Weber 1992, Nr. 35). Weber verweist auf die Kasseler Kamee bei einem Münchner Kameo mit der Darstellung "Jugendlicher Flußgott in Landschaft mit Kuh" (Weber 2001, Nr. 86), den sie Ende des 16. Jahrhunderts datiert. An diese Datierung kann das Kasseler Stück angeschlossen werden.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXIII. 10.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. VI. 10.
- No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 29.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. IV. 9.
Literatur:
- Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 35.
- Ingrid S. Weber: Geschnittene Steine aus altbayerischem Besitz. Kameen und Intaglien des 15. bis späten 17. Jahrhunderts in der Staatlichen Münzsammlung München. München/Berlin 2001, Kat.Nr. 86.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026