Weibliches Brustbild



Weibliches Brustbild


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VI-45
Bezeichnung: Weibliches Brustbild
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Anfang 16. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Oberitalien (Venedig (?))
Material / Technik: lauchgrün mit wolkigen Einschlüssen, vor allem auf der Rückseite in Weiß und Rosé
Maße: 2,65 x 2,04 x 0,87 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ B): "IV 42";
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "32-31";


Katalogtext:
Das gleichmäßige Dunkelgrün des Steines macht die Darstellung erst bei näherem Betrachten erkennbar. Ein jugendliches weibliches Brustbild en face ist ins Dreiviertelprofil nach rechts gewendet. Die Augenlider sind oben und unten breit ausgebildet, die kräftige Pupillenbohrung läßt den Blick erstarrt wirken. Von der Stirn aus fallen die fülligen Locken lang über die Schultern herab. Im Haar ein Band. Das dünne Gewand wird auf der linken Schulter von einem faltenreichen Umhangtuch bedeckt.
Verwandte Darstellungen auf Kameen, jedoch aus Hyazinth, werden bei Kris (Kris 1929, Nr. 132, 133; Eichler/Kris 1927, Nr. 133) als Lucretia oder Kleopatra bezeichnet und als venezianisch, um 1500, eingeordnet. Als stilistisch verwandt kann auch die Lucretia-Büste (Kris 1929, Nr. 138) angeführt werden, die Kris als venezianisch und an den Anfang des 16. Jahrhunderts datiert. Ähnlich intensiv sind der Ausdruck des Gesichts und die Behandlung des kleinteiligen Kleidersaums am runden Ausschnitt.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXIII. 45.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. VI. 45.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 32.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. IV. 42.
Literatur:
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 133, Taf. 30.
  • Kris, Ernst: Meister und Meisterwerke der Steinschneidekunst in der italienischen Renaissance. Wien 1929, Kat.Nr. Nr. 132-133, Taf. 30, Nr. 138, Taf. 31.


Letzte Aktualisierung: 16.03.2026



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