Weibliches Brustbild mit Herz in der Hand



Weibliches Brustbild mit Herz in der Hand


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VII-16
Bezeichnung: Weibliches Brustbild mit Herz in der Hand
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Ende 16. Jh./Anfang 17. Jh. (?)
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Italien
Material / Technik: milchig-weißes Relief auf hellbraunem Grund; von der hellbraunen unteren Schicht zieht sich eine hellbraune Partie in den Brustbereich der Dargestellten
Maße: 2,33 x 1,75 x 0,64 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "115-138";
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 16";


Katalogtext:
Dieser Frauentypus im Profil mit einem Herz oder einer Frucht in der Hand findet sich häufig und in vielen Varianten auf Kameen des 16. und 17. Jahrhunderts. Bei der hier besprochenen Kamee ist eine weibliche Halbfigur mit etwas groben Gesichtszügen ins Profil nach links gewendet. Um den Rücken ist ein fein gefältelter Umhang gelegt, ihre linke Brust und Schulter sind entblößt. Die Frisur ist im Zeitstil der Renaissance mit Bändern und geflochtenen Zöpfen geschmückt, ein Tuch fällt in den Nacken und geht in das Gewandteil über. In ihrer nach oben abgewinkelten linken Hand hält sie wohl ein Herz.
Bereits Pinder bezeichnet den Gegenstand der Dargestellten als "Herz in der Hand". Demnach könnte man an eine Darstellung der Caritas denken. Möglicherweise aber ist das Herz mißverstanden worden und es handelt sich statt dessen um eine Frucht, vielleicht einen Apfel, womit auch Venus in Frage käme. Weber bezeichnet bei einem ähnlichen Stück der Münchner Münzsammlung den Gegenstand dort als Blüte (Weber 1992, Nr. 176). Eine weitere Kamee mit einem weiblichen Brustbild mit einem Herz in der Hand an einem Pokalfuß der Schatzkammer der Münchner Residenz (Weber 1983, S. 171) stammt aus einer Serienproduktion der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 16.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 16.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 115.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 16.
Literatur:
  • Ormonde Maddock Dalton: Catalogue of the engraved gems of the post-classical periods in the Department of British and Mediaeval Antiquities and Ethnography in the British Museum. London 1915, S. 60, Kat.Nr. Nr. 441, Taf. XIV.
  • Möbius, Hans: Kameenschmuck im hessischen Landesmuseum. In: Gold - Silber - Eisen. Festschrift. (1929), S. 252-254, S. 57, Kat.Nr. Taf. 18a.
  • Ingrid S. Weber: Venus Kallipygos, der "Weibliche Rückenakt" nach Dürer. In: Städel Jahrbuch, N.F. 9. Frankfurt am Main 1983, S. 171, Kat.Nr. Abb. 10a.
  • Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 176.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



© Hessen Kassel Heritage 2026
Datenschutzhinweis | Impressum