Lucretia



Lucretia


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VII-17
Bezeichnung: Lucretia
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: um 1530 - 1550
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Niederlande (?)
Material / Technik: weißes Relief auf hellbeigem Grund
Maße: 2,11 x 1,8 x 0,48 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "114-131";
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 17";


Katalogtext:
Die vornehme Römerin Lucretia wird auf dieser Kamee halbfigurig, in Dreiviertelansicht von vorn, dargestellt. Den Kopf hat sie, in Verzweiflung über ihr Schicksal, in dramatischer Geste ins Profil nach links erhoben. Ihre linke Brust ist entblößt, in ihrer Rechten hält sie den Dolch, um sich damit zu erstechen. In ausdrucksvoller Gestik ist der Moment dargestellt, in dem sie sich selbst nach der Entehrung durch den Königssohn Sextus Tarquinius den Tod gibt (Livius 1,57,6-1,59,6). Sie trägt ein Kostüm des 16. Jahrhunderts. Bekleidet ist die 'Tugendheldin' mit einer Haube und einem gefältelten und gegürteten Gewand. Der Typ der Haube aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts gibt einen Anhaltspunkt für die frühe Datierung. Geschmückt ist sie mit einem Armband und einer Art Hobelspankette mit einem Anhänger um den Hals.
Lucretia galt als Personifikation römischer Keuschheit, da sie durch ihren Selbstmord ihre Ehre wiederherstellte. Seit dem Mittelalter gehörte ihre Darstellung zum Kanon weiblicher Heldinnen.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 17.
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 17.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 114.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 17.
Literatur:
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Letzte Aktualisierung: 13.03.2026



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