Weibliche Halbfigur



Weibliche Halbfigur


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VII-23
Bezeichnung: Weibliche Halbfigur
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: Anfang 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Italien
Material / Technik: weißes Relief auf rosé-beigem Grund; vertikal verlaufender dunkler Fadeneinschluß am Gewandteil, das über dem rechten Arm hängt
Maße: 1,94 x 1,55 x 0,61 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "97-103";
Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 23";


Katalogtext:
Auf der vorliegenden Kamee ist eine unbekleidete Halbfigur in Vorderansicht dargestellt, den Kopf ins Profil nach links gewendet. Sie trägt einen Umhang, der vorne durch eine Schließe über ihren Brüsten gehalten wird und über den Rücken und den rechten Arm fällt. In ihrer Rechten hält sie einen halbrunden Spiegel, in den sie blickt. Auf dem Kopf ein etwas nach hinten geschobener Helm mit Maske am Visier und schneckenartiger Einrollung am Ohr, die langen welligen Haare quellen unter dem Helm hervor und fallen auf den Rücken herab.
Eine verwandte Kamee in der Kunstkammer in Wien (Eichler/Kris 1927, Nr. 288) mit der Darstellung einer Kleopatra in wesentlich größerem Format befand sich ehemals in einem Becher des 17. Jahrhunderts, dessen Fuß noch erhalten ist (Eichler/Kris 1927, S. 17, Anm. 3). Im Bewegungsmotiv verwandt, auf ein gleichartiges Vorbild hinweisend oder von demselben Meister entworfen ein Karneol mit der Halbfigur der Kleopatra bei Agostini (Agostini 1694, S. 145) und bei Maffei (Maffei 1707-1709, Bd. I, 76).
Erika Zwierlein-Diehl (Archäologisches Institut der Universität Bonn) ist der Ansicht, daß die unbekleidete weibliche Figur mit einer Maske auf dem Kopf und dem Spiegel Veritas sein könnte.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 23.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 23.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 97.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 23.
Literatur:
  • Leonardo Agostini: Gemmae et sculpturae antiquae. Franequerae 1694, S. 145.
  • [Paolo Alessandro Maffei]: Gemme antiche figurate, date in luce da Domenico de Rossi, colle sposizioni di Paolo Alessandro Maffei, Patrizio Volterrano, Cavaliere dell'Ordine di S. Stefano, e della Guardia Pontificia. Rom 1707-1709.
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. Nr. 288, Taf. 44.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



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