Männlicher Kopf (Herkules?)



Männlicher Kopf (Herkules?)


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VII-35
Bezeichnung: Männlicher Kopf (Herkules?)
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Frankreich (?)
Material / Technik: weißes Relief mit rosafarbenen Einschlüssen, vom Nacken nach links unten führender fadenartiger dunkler Einschluß, unterhalb vom Hals auf der hellbeigen Grundplatte weiß-rosa gestreifte Bänderung
Maße: 3,14 x 2,69 x 0,68 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ A): "111-119" (?);


Katalogtext:
Der hervorragende Kameo besticht durch sein Steinmaterial und seine Ausdruckskraft. Das Relief des jugendlichen männlichen Kopfes ist matt belassen und schimmert wie Marmor im Kontrast zum glänzenden Grund. Der Kopf im Profil nach links ist akzentuiert hinterschnitten, mit Binde am Kopf und zum Nacken locker herabhängender Schleife. Das Gesichtsprofil ist fein gestaltet mit ausdrucksvoll blickendem Auge, angebohrter Iris und detailliert ausgearbeitetem Ohr.
Ein auf Herkules hinweisendes Attribut könnte die Andeutung des um den Hals geschlungenen und vorn geknoteten Löwenfells sein.
Der Typus basiert auf einer antiken Kamee in Florenz mit der Künstlerinschrift des Onesas (s. die unter Vergleich genannte Literatur von Furtwängler, Lippold und Gebhart), einem Steinschneider des 3. Jahrhunderts v. Chr. Der hier besprochene jugendliche Herakleskopf trägt jedoch nicht wie der Onesas-Kopf einen Lorbeerkranz, sondern eine breite Binde mit geknoteten Schleifenbändern, die im Nacken in eigenwilliger Form mit dem Knoten am Hals vorne korrespondieren.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 35.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 35.
  • No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 111.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 35.
Literatur:
  • Adolf Furtwängler: Die antiken Gemmen. Geschichte der Steinschneidekunst im klassischen Altertum. Leipzig / Berlin 1900, Kat.Nr. Taf. XXXV, Nr. 26.
  • Georg Lippold: Gemmen und Kameen des Altertums und der Neuzeit. Stuttgart 1922, Kat.Nr. Taf. 35, Nr. 2.
  • Hans Gebhart: Gemmen und Kameen. Berlin 1925, S. 186, Kat.Nr. 255 (dort moderne ergänzende Nachahmung des antiken Karneols von Onesas).


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



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