Brustbild (Omphale oder Herkules)
Brustbild (Omphale oder Herkules)
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-VII-36 |
| Bezeichnung:
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Brustbild (Omphale oder Herkules) |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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Anfang 17. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Frankreich |
| Material / Technik:
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vierschichtig in Weiß, Braun, Grau und Dunkelbraun: Profilleiste des abgeschrägten Umrahmungsstreifens in der unteren Hälfte aus der obersten braunen Schicht geschnitten, der mittlere Teil des Löwenhaupts bildet durch die obere weiße Partie einen Kontrast dazu; Inkarnat, Gewand und Hintergrund aus der grauen Schicht |
| Maße:
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2,34 x 1,82 x 0,56 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ A): "48-48";
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Katalogtext:
Am Anfang des 17. Jahrhunderts findet sich eine Gruppe von Kameen mit einem erhöhten Randstreifen in Clipeusform. Bei dem hier zu besprechenden Kasseler Exemplar ist die erhabene schmale Profilleiste teilweise aus der obersten braunen Schicht geschnitten, das übrige bleibt in der vorherrschenden grauen Schicht.
Dargestellt ist Omphale (oder Herkules?) im Profil nach rechts mit dem über den Kopf gezogenen Löwenhaupt, die Mittelpartie ist akzentuiert durch die braune Steinschicht mit einem weißgefleckten Einschluß. Um den Hals ist das Löwenfell geknotet. Durch den vorwiegenden Grauton ist die Darstellung im Detail schwer lesbar und wirkt undifferenziert, obwohl der Schnitt unter der Lupe als gute Qualität erkannt werden kann. Die vorliegende Arbeit tendiert durch die Profilleiste des mehrfarbigen Materials und durch den charakteristischen Gesichtstyp zum französischen Manierismus.
Offenbleiben muß, ob Omphale oder Herkules gemeint ist. Der Typus des jugendlichen bartlosen Herakles ist in der Gemmoglyptik in vielerlei Varianten verbreitet (Weber 1995, Nr. 86: dort weiterführende Besprechung mit Literatur). Die hier besprochene Kamee entspricht dem Typus im praxitelischen Stil (Furtwängler 1900, Taf. XXXVIII, Nr. 4; Lippold 1922, Taf. 35, Nr. 1).
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 36.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 36.
- No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 48.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 35.
Literatur:
- Adolf Furtwängler: Die antiken Gemmen. Geschichte der Steinschneidekunst im klassischen Altertum. Leipzig / Berlin 1900, Kat.Nr. Taf. XXXVIII, Nr. 4.
- Georg Lippold: Gemmen und Kameen des Altertums und der Neuzeit. Stuttgart 1922, Kat.Nr. Taf. 35, Nr. 1.
- Ingrid S. Weber: Geschnittene Steine des 18. bis 20. Jahrhunderts. Vergessene Kostbarkeiten in der Staatlichen Münzsammlung München. München 1995, Kat.Nr. Nr. 86, Taf. VII.
- Schnackenburg-Prael, Heidi: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel (Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel). Kassel 2006, Kat.Nr. B XVI. Tab. B-VII-36.
- Ercole e il suo mito [Reggia di Venaria Reale 13 settembre 2018 - 10 marzo 2019]. Mailand 2018, S. 82, Abbildung S. 82.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026