Cupido mit Pfeil und Bogen
Cupido mit Pfeil und Bogen
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-VII-47 |
| Bezeichnung:
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Cupido mit Pfeil und Bogen |
| Künstler / Hersteller:
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Christoph Labhardt (1644 - 1695)
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| Datierung:
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um 1690 |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Kassel |
| Material / Technik:
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Orangerot |
| Maße:
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2,14 x 1,73 x 0,58 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: Aufkleber, lose (Typ A): "116-139"; Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 47";
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Katalogtext:
Das Cupido-Thema war in der Zeit um 1690 sehr beliebt. Hier eine kleinere Variante des Kameo auf Tablar VI (B XVI. Tab. B-VI-12: Meyer 1973, S. 123 f., Nr. G-4, Taf. 16,4) mit derselben Darstellung, jedoch aus Karneol statt aus Chalcedon geschnitten. Der kindliche, unbekleidete Cupido schreitet nach rechts, hält in seiner Linken einen Pfeil über den Kopf, in seiner Rechten den Bogen. Wie bei B XVI. Tab. B-VI-12 steht Cupido auch hier auf einer Grassohle.
Meyer nahm den oben erwähnten Cupido-Kameo (B XVI. Tab. B-VI-12) in die Gruppe der am Landgrafenhof in Kassel geschnittenen Kameen auf. Er erwähnt dabei die engen Beziehungen zu Arbeiten von Christoph Labhart, zu seinen Putten und Cupidi.
Der Ursprung dieser Cupidi dürfte der ausführlich bei Meyer besprochene Cupido mit Bogen und Köcher aus Karneol (B XVI. Tab. B-VI-1: Meyer 1973, S. 122 f., Nr. G-3, Taf. 16,3) sein. Dieser ist der größte und in der Qualität der hochwertigste. Meyer erwähnt (Meyer 1973, S. 123), daß Völkel 1805 heute verlorene Cabinettsrechnungen einsehen konnte und mitgeteilt hat, daß Christoph Labhart im Jahre 1680 20 Rtlr. für einen in Chalcedon geschnittenen Cupido erhielt. Da von den Cupido-Kameen die Qualität des großen Kameo (B XVI. Tab. B-VI-1) am besten ist, hält Meyer diesen, trotz der unterschiedlichen Materialangabe (Chalcedon statt Karneol) für den erwähnten, von Christoph Labhart persönlich geschaffenen Kameo. Die anderen dürften seiner Ansicht nach in der Nachfolge und von der Werkstatt geschaffen worden sein.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 47.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 47.
- No 9. Designation Von denen geschnittenen Edelgesteinen, Medaillen von Gold, Silber und Kupfer, ingleichen Müntzen (Elfenbein und in Wachß und Thon poussirten portraits) so zu folge. (1730) 1753, Nr. 116.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 47.
Literatur:
- Meyer, Klaus-Heinrich: Studien zum Steinschnitt des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Werkstatt am Hofe von Hessen-Kassel in den Jahren 1680–1730. Hamburg 1973, Kat.Nr. Nr. G-3, G-4, Taf. 16,3 u. 4.
- Schnackenburg-Prael, Heidi: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel (Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel). Kassel 2006, Kat.Nr. B XVI. Tab. B-VII-47.
- Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 314-315, Abbildung S. 315, Kat.Nr. VII.19.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026