Weibliches Brustbild
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-VII-52 |
| Bezeichnung:
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Weibliches Brustbild |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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2. H. 16. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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Relief und Grund in hellem Weiß |
| Maße:
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1,94 x 1,37 x 0,61 cm (Objektmaß)
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Beschriftungen:
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Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 52";
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Katalogtext:
Ein in allen Kameensammlungen verbreitetes Frauenporträt im Typus der Lucrezia de' Medici ist hier im Profil nach rechts dargestellt. Hin und wieder wird dieser Bildnistyp auch als Maria Stuart, Elisabeth von England, Bianca Capello oder Margarete von Österreich bezeichnet. Aufgrund der Typisierung handelt es sich jedoch kaum um ein individuelles Porträt. In der Häufigkeit der Verbreitung zeigt sich ein bestimmtes Ideal weiblicher Schönheit. Vielleicht wurden derartige Kameen auch wie die Gnadenpfennige für bestimmte Dienste am Hofe verliehen.
Die Frisur ist wie bei den zahlreichen verwandten Kameen mit verschlungenen Haarteilen, einem Diadem oder Stirnband und einem in den Nacken fallenden Schleier locker drapiert. Aufgrund einer kleinen Beschädigung weist das Gesichtsprofil eine auffallend kurze Nase auf. Eine Kette mit einem Anhänger über der Brust, das Gewand mit hohem Stehkragen und gepufften Ärmeln.
Bei dieser kleinen Kamee dürfte es sich um ein serienmäßig hergestelltes Exemplar handeln. Zahlreiche verwandte Stücke existieren in den verschiedensten Museen, so beispielsweise in Neapel (Gasparri 1994, Nr. 422). Parallelstücke finden sich auch in der Münchner Münzsammlung (Weber 1992, Nr. 60 und Nr. 72 und Weber 2001, Nr. 83), die von Weber "Italien, 16. Jahrhundert", "Italien oder Deutschland, 17. Jahrhundert" und "Italien oder Prag, um 1600" eingeordnet werden.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 52.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 52.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 52.
Literatur:
- Ormonde Maddock Dalton: Catalogue of the engraved gems of the post-classical periods in the Department of British and Mediaeval Antiquities and Ethnography in the British Museum. London 1915, S. 65, Kat.Nr. Nr. 490, Taf. 14.
- Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 60 u. Nr. 72, Taf. VI (mit weiterer Lit.).
- Carlo Gasparri: Le Gemme Farnese. Neapel 1994, S. 147, Kat.Nr. Nr. 422, Abb. 47.
- Ingrid S. Weber: Geschnittene Steine aus altbayerischem Besitz. Kameen und Intaglien des 15. bis späten 17. Jahrhunderts in der Staatlichen Münzsammlung München. München/Berlin 2001, Kat.Nr. Nr. 83, Taf. X.
Letzte Aktualisierung: 17.03.2026