Weiblicher Kopf
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| Inventar Nr.:
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KP B XVI. Tab. B-VII-57 |
| Bezeichnung:
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Weiblicher Kopf |
| Künstler / Hersteller:
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unbekannt
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| Datierung:
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Anfang 17. Jh. |
| Objektgruppe:
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Gemme / Kamee |
| Geogr. Bezug:
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Italien |
| Material / Technik:
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elfenbeinfarbenes silhouettiertes Relief; befestigt auf Bandachatplatte (schwarz mit hellgrauen Fadeneinschlüssen): die Vorderseite unbearbeitet und rauh mit zahlreichen Ausbrüchen, Rückseite mit Steinmaserung |
| Maße:
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1,49 x 1,3 x 0,53 cm (Objektmaß)
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Katalogtext:
In ausdrucksvollem Relief ist ein weiblicher Kopf nach rechts dargestellt. Das Haar ist mit Diadem und mehrfach geflochtenen Zöpfen kunstvoll drapiert, in den Nacken fällt ein Schleifenende. Um den Hals ist ein schmaler Gewandansatz angedeutet. Der Ursprung dieses Kopftypus geht möglicherweise auf das antike Münzbild der Nymphe Arethusa zurück.
Sicherlich ist der schwarze Stein, der die Grundfläche für das flach gearbeitete und sehr kleine Relief bietet, nicht original. Auffällig ist der unterschiedliche Erhaltungszustand. Die Reliefdarstellung ist in bestem Zustand, die schwarze Grundplatte ist dagegen am Rand ringsum aufgerauht und wirkt wie unbearbeitet oder ausgebrochen. Die dunkle Steinfarbe ergibt in dem heutigen Zustand einen guten Kontrast zu dem hellen Relief. Da der Minervakopf im Profil nach rechts aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen scheint, ist die Datierung und Bestimmung nicht eindeutig.
Ein ähnlicher Kameentypus befindet sich in der Münchner Münzsammlung (Weber 1992, Nr. 138), die etwas "flache Wiedergabe" macht gleichfalls eine Entstehung bis ins frühe 17. Jahrhundert möglich.
Stand: April 2006
Inventare:
- Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 57.
- Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 57.
- Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 57.
Literatur:
- Adolf Furtwängler: Beschreibung der geschnittenen Steine im Antiquarium. Königliche Museen zu Berlin. Berlin 1896, Kat.Nr. Nr. 11207, Taf. 67.
- Ingrid S. Weber: Kostbare Steine. Die Gemmensammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. München 1992, Kat.Nr. Nr. 138.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026