Kopf eines Satyrs



Kopf eines Satyrs


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-VII-64
Bezeichnung: Kopf eines Satyrs
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 17. Jh.
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: unbestimmt
Material / Technik: dreischichtig: in der oberen hellbraunen Schicht der Lorbeerkranz; in der mittleren weißen Schicht das Inkarnat und Gewandansatz; Hintergrund in der unteren dunkelbraunen Schicht
Maße: 1,74 x 1,49 x 0,4 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Auf dieser Kamee ist ein Satyr ins Profil nach rechts dargestellt, mit Blätterkranz, spitzem Ohr und eigenwillig konkav eingezogenem Gewandansatz mit Fellmaserung.
Dieser Typus des lächelnden Satyrknaben hat seinen Ursprung in der berühmten römischen Satyrkamee (Babelon 1894, Abb. 123; Furtwängler 1896, Nr. 11063; Vollenweider 1966, Taf. 80,1-3), die von Hyllos signiert ist und sich im Antikenmuseum in Berlin (Platz 1985, S. 92, Abb. S. 93) befindet. Hyllos (um 20-10 v. Chr.) ist einer der drei Söhne des berühmten Steinschneiders Dioskurides der augusteischen Zeit.
Die Kasseler Kamee zeigt wie eine Kamee mit einem erweiterten Satyrbrustbild des 16./17. Jahrhunderts in Berlin (Furtwängler 1896, Nr. 11617), abweichend von der Hyllos-Kamee, ebenfalls einen Blätterkranz im Haar.
Erika Zwierlein-Diehl (Archäologisches Institut der Universität Bonn) hält den Kameo für neuzeitlich.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. XXI. 64.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. Tab. VII. 64.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. V. 64.
Literatur:
  • Ernest Babelon: La gravure en pierres fines, camées et intailles. Paris 1894, S. 165, Kat.Nr. Abb. 123.
  • Adolf Furtwängler: Beschreibung der geschnittenen Steine im Antiquarium. Königliche Museen zu Berlin. Berlin 1896, Kat.Nr. Nr. 11063, Taf. 65 u. Nr. 11617.
  • Adolf Furtwängler: Die antiken Gemmen. Geschichte der Steinschneidekunst im klassischen Altertum. Leipzig / Berlin 1900, Kat.Nr. Taf. 52,2.
  • Marie-Louise Vollenweider: Die Steinschneidekunst und ihre Künstler in spätrepublikanischer und augusteischer Zeit. Baden-Baden 1966.
  • Gertrud Platz: Gemmen und Kameen. In: Museum. Antikenmuseum Berlin. Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz. 2. Aufl.. Aufl. Braunschweig 1985, S. 92, Abbildung S. 93.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



© Hessen Kassel Heritage 2026
Datenschutzhinweis | Impressum