Kämpfender Löwe



Kämpfender Löwe


Inventar Nr.: KP B XVI. Tab. B-IV-63
Bezeichnung: Kämpfender Löwe
Künstler / Hersteller: Masnago-Werkstatt
Datierung: um 1550
Objektgruppe: Gemme / Kamee
Geogr. Bezug: Mailand
Material / Technik: braunes Relief, ins Ocker und Grüne gehend; insgesamt auf einer hellgrau-weißen Achatplatte befestigt, dazwischen eine dicke dunkel verfärbte Leimschicht
Maße: 1,91 x 2,64 x 0,95 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Aufkleber: rückseitig Aufkleber (Typ B): "II 57";


Katalogtext:
Ein nach links agierender Löwe, in der Mitte des Vordergrunds, im Kampf mit einem Hund, der sich links unter ihm befindet. Im Hintergrund links ein sich aufbäumendes Pferd, rechts ein drachenartiges Tier. Die bewegte Darstellung ist insgesamt auf einen Bodenstreifen gesetzt.
Bei dieser eindrucksvollen Tierkampfszene handelt es sich um das Werk eines fähigen Steinschneiders. Reliefdetails sind vollplastisch herausgearbeitet. G. degli Azzi (Thieme/Becker 1907-1950, Bd. 3, S. 435) erwähnt eine Löwenjagd des berühmten Steinschneiders Giovanni Bernardi da Casel Bolognese (1494-1553) im Devonshire House in London. Distelberger weist bei einer Tierkampfszene der Kunstkammer in Wien (R. Distelberger, in: AK Warschau 2002, Nr. 98) darauf hin, daß jene Kampfszenen um 1600 besonders beliebt waren. Den Wiener Kameo "Stier, von Löwen angefallen" schreibt er wie Ernst Kris (Eichler/Kris 1927, Nr. 214 und Kris 1929, Nr. 349, 350) aufgrund stilistischer Übereinstimmung mit signierten Gemmen dem Alessandro Masnago (1540-1620) zu. Unser Kameo ist in dessen Umkreis, wohl früher als der Wiener Kameo, entstanden. Das bunt verwendete Steinmaterial ist charakteristisch für die Masnago-Werkstatt.

Stand: April 2006


Inventare:
  • Verzeichniß der geschnittenen Steine. (verfertigt von L. Voelkel 1791.) SMK, Archiv HLM., Nr. Tab. VII. 63.
  • Vorliegendes Inventar der Gemmen des Museums zu Cassel wurde nach vollzogener Umordnung sämtlicher Gemmen von mir aufgestellt und abgeschlossen im Mai dieses Jahres., Nr. B. Tab. IV. 63.
  • Gemmenliste ohne den Pretiosenbestand, aufgestellt von Eduard Pinder zwischen 1882 und 1897. SMK, Archiv HLM. 1882-1897, Nr. Tab. II. 58.
Literatur:
  • Thieme, U. [Hrsg.]; Becker, F. [Hrsg.]; Vollmer, H. [Hrsg.]: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1907-1950.
  • Fritz Eichler; Ernst Kris: Die Kameen im Kunsthistorischen Museum (Publikationen aus den Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Bd. II). Wien 1927, Kat.Nr. 214.
  • Kris, Ernst: Meister und Meisterwerke der Steinschneidekunst in der italienischen Renaissance. Wien 1929, Kat.Nr. Nr. 349, 350.
  • Schnackenburg-Prael, Heidi: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel (Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel). Kassel 2006, Kat.Nr. B XVI. Tab. B-IV-63.
  • Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 385-386, Abbildung S. 385, Kat.Nr. X.38.


Letzte Aktualisierung: 17.03.2026



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